Biodynamik und Homöopathie
Beim Anbau der Weingüter Loacker stehen biologisch-dynamische Prinzipien im Vordergrund, unerstützt durch homöopathische Mittel. Dieser Überzeugung, mit der Natur statt gegen sie zu arbeiten, liegt eine lange Geschichte zugrunde. Rainer Loacker war bereits in seiner Jugend von der Natur fasziniert und hatte den Traum einer Weinproduktion ohne Einsatz von synthetischen Mitteln. Mit der Zeit wurde sein Traum wahr und sowohl an den Reben als auch in der Kellerei ist der Einsatz von Chemikalien absolut verboten.
Seit 1979 ist der Weinbau von Rainer Loacker biologisch, seit gut 15 Jahren biologisch-dynamisch nach den Grundsätzen von Rudolf Steiner. Alle Eingriffe im Weinberg dienen der Vorbeugung von Schädlingen und Krankheiten. Schwefel und Kupfer werden nur in geringsten Mengen eingesetzt, während man zum Schutz der Reben gegen die negativen Auswirkungen von Frost, Hitze oder anderer Witterung homöopathische Mittel einsetzt. Spezielle Mikroorganismen beeinflussen die Reben und stärken sie, bestimmte Gräser in der Nähe der Reben verbessern deren Lebensraum.
Biodynamik und Homöopathie
Die Kernthesen der Biodynamik wurden Anfang des 20. Jahrhunderts vom Gründer der Anthroposophie Rudolf Steiner entwickelt. Er war fest davon überzeugt, dass der Mensch und die Umwelt multidimensionale Wesen seien und dass eine moderne und materialistische Weltanschauung mit einer gleichgestellten spirituellen Anschauung einhergehen sollte.
Überträgt man diese Philosophie auf den Weinbau, müssen zuerst Boden und Pflanzen mit Hilfe von biodynamischen Präparaten wie Hornmist und Hornkiesel gestärkt werden. Dabei handelt es sich um frischen Kuhmist, der in ein Kuhhorn gefüllt und sechs Monate vergraben wird. Der dadurch gewonnene Kompost enthält nachweislich etwa 80% mehr Mikroorganismen als herkömmlicher Kompost. Der gleiche Vorgang wird mit Quarzpulver durchgeführt. Beide Präparate werden vor dem Ausbringen in Wasser gelöst und dynamisiert. Das Hornmistpräparat stärkt den Boden, das Hornkieselpräparat die Rebe selbst.
Kürzliche vom Schweizer Forschungsinstitut für Biologischen Landbau durchgeführte Studien haben bewiesen, dass der Einsatz biodynamischer Präparate die Fruchtbarkeit des Bodens deutlich verbessert, wobei Humusarten und -produktion erhöht werden.
Folgende Präparate werden von den Loacker Weingütern eingesetzt:
- Kupfersulfat: 15% reiner Kupfer gegen den falschen Mehltau
- gemahlener ventilierter Schwefel gegen den echten Mehltau
- Mikroorganismen zur Stärkung des Immunsystems der Rebe
- hohe homöopathische Potenzen, z.B.:
- Belladonna: reduziert die Infektanfälligkeit bei warmem, feuchtem Wetter
- Dulcamara: reduziert die Infektanfälligkeit bei regnerischem bzw. feuchtem, nebeligem Wetter
- Calcium Carbonicum: unterstützt vor der Blüte die Blütenproduktion
- Calcium Phosphoricum: unterstützt die Rebe nach der Blüte bei der Traubenproduktion
- Kieselsäure: verbessert die Traubenform; erhöht die Elastizität und die Festigkeit der Triebe
- Schwefel: reduziert die Veranlagung zu Pilzkrankheiten
- Cuprum Metallicum: regelt den Lymphfluss
(Alle Mittel werden in hohen homöopathischen Potenzen hergestellt, d.h. bis zum höchstmöglichen Grad verdünnt und potenziert.)
Die homöopathischen Präparate werden bis zum höchstmöglichen Grad potenziert (75 Liter), die Mikroorganismen verdünnt und die Bordeauxbrühe mit Wasser vermischt. Jedes Jahr wird jede zweite Reihe abwechselnd mit diesem Präparat behandelt.
Rainer Loacker musste über 20 Jahre auf dieses Gleichgewicht warten. Grundlegende Voraussetzung dafür sind gesunde Trauben und der geringste Kupfereinsatz. Das Ergebnis sind exzellente Weine höchster Qualität.